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Heimatlose Katzen … unbeliebt, verfolgt und
gejagt … keiner will die Verantwortung für das
Katzenelend tragen, oder doch?
In den letzten Jahren ist in Deutschland die Katze nach wie vor das liebste Heimtier. Millionen leben in den deutschen Haus-halten, aber genauso viele Katzen kämpfen in diesem Lande ums Überleben.
Täglich werden Katzen, die den Besitzern irgendwann mal lästig geworden sind, ausgesetzt. Problematisch wird es, wenn sich die Population ins Unermessliche vermehrt. Ein Weibchen kann mindestens zweimal im Jahr Junge bekommen, und bei einer durchschnittlichen Wurfstärke von fünf Kätzchen, kann das sehr schnell zu großen Problemen führen. Deshalb ist der einzig erfolgreiche Weg, die Nachkommenschaft zu verhindern, die konsequente Kastration der männlichen und weiblichen Katzen. Natürlich bedeutet dies für jeden Tierschutzverein jedes Jahr einen hohen finanziellen Aufwand. Die Kosten für Kastrationen können zu 100 % nur über Spenden finanziert werden, da die freilebenden Katzen zu 95% nicht vermittelbar sind kann auch nichts mehr „erwirtschaftet“ werden. Und auch die Folgekosten an den Futterstellen laufen weiter. Unser kleiner Verein schultert diese laufenden Kosten auch nur durch kontinuierlich eingehende Spenden und über eigene private Mittel der Aktiven. Wenn wir aber nichts tun, nimmt die Vermehrung zu, es gibt mehr Jungkatzen zu versorgen, und die Folge ist nicht nur eine Flut von Katzen, sondern auch unterernährte und kranke Katzen, die dann weitere Kosten für Tierarztbehandlungen verursachen. Wenn man es genau nimmt ist es ein Teufelskreis – jedoch Nichtstun und der Hoffnung leben, Katzenprobleme lösen sich von alleine – das haben wir noch nie erlebt, und immerhin machen wir das jetzt schon 25 Jahre. Und nicht nur aus diesem Grunde gibt es ja auch den Verein, um sich des Katzenelends anzunehmen. Es stimmt uns deshalb auch umso mehr traurig, wenn wir hören, dass Tierschutzvereine aus Kostengründen gezwungen sind, nur noch weibliche Katzen kastrieren zu lassen. Oder wenn Tierschutzvereine notwendige Kastrationsaktionen überhaupt nicht in Angriff nehmen und hoffen, dass sich das „Problem“ vielleicht in Luft auflöst.
So erreichte uns Anfang des Jahres ein Hilferuf aus Knittlingen. Normalerweise nicht mehr „unser Gebiet“, aber engagierte private Tierschützer ihre aktive Mithilfe anboten, konnten wir unsere Hilfe zusagen. Zornig stimmte uns dabei, dass die Hilfesuchenden ohne Erfolg seit Wochen alle umliegenden Tierschutzvereine um Hilfe baten, und es anscheinend nicht möglich war, so zu kommunizieren , so dass eine gemeinsame Lösung für den schwierigen Fall der „Knittlinger Weinbergkatzen“ schon früher hätte gefunden werden können. So wurde wertvolle Zeit vergeudet, da mit jeder weiteren verstrichenen Woche, das Risiko groß war, dass die weiblichen Katzen schon tragend waren.
Die Fakten des Falles in Kurzfassung:
! Pächter des Weinberges stirbt
! 16 Katzen an Futterstelle
! Alle ca. 2-4 Jahre alt
! Alle nicht kastriert
! Niemand füttert mehr
! Keiner fühlt sich verantwortlich
! Besitzer des Weinbergs ist Jäger
! Besitzer will die Katzen abschießen
! Bürger und Tierschützer wehren sich öffentlich über Zeitung
! Bürgermeister gibt alles ans Ordnungsamt weiter, Katzen sollen ins Tierheim
! Tierheim verweigert Aufnahme, da sich um scheue Katzen handelt
Was geschah dann? NICHTS! WARUM?
Scheue frei lebende Katzen können nicht einfach versetzt werden, da Futterplätze bei Privatpersonen, landwirtschaftlichen Betrieben oder in Gartenanlagen kaum vorhanden sind. Jeder will zahme Schmusekatzen, und keine scheuen Tiere, die sich vielleicht erst in einem halben Jahr streicheln lassen. Das Zähmen solcher Katzen ist sehr zeitintensiv und nur in Einzelfällen hat man Glück und kann dann wieder einmal eine Katze vermitteln – aber wer macht das?
Wie sah die Lösung dieses großen Problems aus?
Das engagierte Tierschützer Ehepaar – die Familie A. –, die das alles nicht akzeptieren wollte, gaben nicht auf und suchten weiterhin nach Möglichkeiten die Katzen zu retten. Sie erhielten von uns die Katzenfallen, machten eine Tierärztin vor Ort auf das Problem aufmerksam, die sofort bereitwillig Hilfe zusagte, räumten ihr Haus um und schafften einen Katzenraum und fingen einfach an, heimlich alle Katzen einzufangen.
Warum heimlich ? Leider war nicht auszuschließen, dass die Hobby-Jäger in Knittlingen das Vorhaben,
die Katzen zu erschießen, nicht aufgegeben haben. Wir wollten absolut nichts riskieren, was das Leben der Katzen in Gefahr brachte. Zwangsläufig wurde ganz früh morgens und nachts die Fallen gestellt. Bei eisiger Kälte und Schnee, oft stundenlang harrten die Tierschützer am Futterplatz aus, bis alle eingefangen waren. Sie wurden kastriert, entwurmt und ärztlich versorgt.
Jetzt sind die Katzen in Sicherheit, aber bis auf 3 sind alle natürlich sehr scheu, einige vielleicht nie vermittelbar, aber wir müssen es versuchen.
Es ist ein langer und mühsamer Weg frei lebende Katzen, vor allem auch in diesem Alter noch zähmen zu wollen! Viel Zeit und Geduld ist gefordert, und kaum jemand kann es ermessen, was es heißt, was die privaten Tierschützer da auf sich nehmen. Sicher werden sie nicht alle zähmen können – aber Familie Ast hat sich sehr viel vorgenommen, und wir hoffen, dass wir zumindest bei der Vermittlung helfen können. Die Kastrationskosten haben wir übernommen, jedoch 16 Katzen zu füttern ist eine nicht gerade unerhebliche finanzielle Belastung. Wir wollen auch hier einen Beitrag leisten und bitten um Spenden. Überweisungen bitte mit Stichwort „Knittlinger Weinbergkatzen“ versehen.
Wir suchen für alle ein neues glückliches Zu hause.
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