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Geschäftsbericht 2010
Verein der Tierschützer & Tierversuchsgegner e.V Pforzheim
Welche Aufgaben sind das, könnte man fragen? Darauf gibt es nur eine Antwort! Wenn jemand um Hilfe bittet, mit Rat dem Menschen und mit der Tat den Tieren beistehen. Frage: Wann wird Hilfe benötigt? Antwort: Immer wenn das Tierschutztelefon klingelt. Frage: Wer organisiert Hilfe und ist ggf. bei Notfällen sofort vor Ort? Antwort: Der der telefonisch erreichbar ist, Zeit hat und auch bereit ist das Private dem Tierschutz zu opfern. Frage: Wer kann und will das leisten? Antwort: Wenige! Letzte Frage: Von wem wird das alles wie selbstverständlich erwartet? Antwort: Von mir und den wenigen Aktiven!
Diese für nicht nur für mich belastende Situation hat sich auch 2011 fortgesetzt und an manchen Tagen würde ich gerne sofort die aktive Tierschutzarbeit aufgeben, denn es ist nicht absehbar, wie und wann sich etwas ändern soll. Heute mache ich mir wieder Gedanken, wo ich eine 15-jährige Katze unterbringen soll, morgen bin ich wieder anderem "Terror" der Hilflosigkeit ausgesetzt, wenn ich nicht helfen kann. Ich mache mir Sorgen über die Zukunft unseres Gnadenhof Pferdes Flanigan. Ohne Patenschaften sind die Unterhaltskosten eine zu große Belastung für den Verein, wie soll es hier weitergehen? Oder wie sieht die Zukunft für die Hündin Ondra aus, für die wir die tierärztliche Patenschaft übernommen haben, da sie ihr Leben lang immer wieder unter den Spätfolgen der schlechten Haltung bei der Züchterin zu leiden hat und behandelt werden muss. Was ist, wenn der Verein nicht mehr genügend Einnahmen hat. So könnte ich "meine" Tierschutzsorgen fortsetzen, ohne eine Antwort zu haben!
Liebe Tierfreunde, mein Frust sitzt tief. Ich weiß, dass ich mich in Notzeiten immer auf die wenigen Aktiven verlassen kann, aber es sind einfach zu wenig Aktive, und im Pflegebereich ist eine totale einseitige Überlastung gegeben. Ich bin mir bewusst, dass den Mitgliedern das Verständnis für meine Situation und die des Vereins fehlen muss, denn den Einblick in den Tierschutzalltag kann man nur gewinnen, wenn man aktiv mitmacht und sich irgendwie einbringt. Und mir gehen die Bilder von meinen 2 Zöglingen nicht mehr aus dem Kopf, die nach der 2. guten Mahlzeit leider erst einmal alles wieder erbrochen haben, und ich im Erbrochenen von erst 8 Wochen alten fast verhungerten Kätzchen gefressene Tannennadeln fand. Diese Kätzchen konnte ich erst 6 Tage nach der Meldung einfangen, da ich keine Zeit hatte! Auch hier habe ich wieder ein schlechtes Gewissen, weil ich nicht sofort vor Ort war - da die Mutterkatze aber noch bei den Kleinen war, dachte ich, dass es nicht ganz so dringlich sei. Ein Irrtum, den ich mir nicht verzeihe. Um für den Tierschutz aktiv zu sein, genügen Aussagen wie: "ich könnte, aber..." oder "evtl. dann, wenn..." Tierschutzarbeit heißt ständig auf Abruf und präsent zu sein. Eine bedarfsgerechte Lösung Tierschutzarbeit für jeden Einzelnen leisten zu können, habe ich nicht parat, aber vieles hat mit Wollen zu tun! Ich will niemanden ein schlechtes Gewissen machen, der nicht helfen möchte, aber im Gegenzug erwarte ich auch Toleranz und Verständnis für meine Situation und die der wenigen Aktiven, die hoffnungslos überlastet sind, und dann nicht noch Rücksicht auf die Befindlichkeiten der Einzelnen nehmen können. Und geradezu genervt - wie einige schon mitbekommen haben - reagiere ich, wenn der Satz kommt, "..man kann doch mal das machen.. oder warum sind wir nicht in der Zeitung...usw." "man" wer ist das? Um das "Problem" an den Wurzeln zu packen, werden wir (ich) 2012 "Tierschutztage" veranstalten.
Themen: Grundlagen der gesetzlichen Regelungen, praktische Tierschutzarbeit wie Fallenfang, Pflegearbeit, Katzenhaltung, Tierschutzkontrolle etc. Interessierte können dann entscheiden, welcher Part für sie geeignet ist und wer mitmachen möchte. Termine und das "Seminar" Programm wird mit Rundbrief per Januar 2012 an alle Mitglieder und Förderer verschickt. Jeder kann sich dann anmelden und ich hoffe, dass sich dadurch etwas bewegen lässt.